„Zusammenspiel“

ist ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt zur Erfassung, Koordination und Begleitung von integrativen Freizeitangeboten für jugendliche Flüchtlinge von 14 – 27 Jahren in der Neckarregion Stuttgart.

Die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft (STJG), deren Kernauftrag die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, setzt sich seit Jahren auch mit dem Thema geflüchtete Menschen auseinander. Bietet doch die offene Arbeit genau den niedrigschwelligen, kostenfreien Rahmen, der für jugendliche Flüchtlinge passt. Vielfalt prägt das Angebot der STJG für die Jugend in Stuttgart seit den Anfängen vor 60 Jahren. Viele Kinder und Jugendliche konnten seither mit abwechslungsreichen Aktivitäten und einer breitgefächerten Themenpalette erfolgreich angesprochen werden.
Vielfalt ist der rote Faden aller Einrichtungen der STJG: Vielfalt im Angebot und auch Vielfalt in der Besucherstruktur. Im Rahmen dieser Vielfalt war und ist die Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen ein Teil des Ganzen.

Warum also ein eigenes Projekt?

In der Fülle aller Angebote, die auf Flüchtlinge hereinstürzen, ist es sogar für den routinierten Pädagogen schwer, einen Überblick zu haben. Wie mag es da den „Betroffenen“ gehen, über die das „Füllhorn“ der Hilfe ausgeschüttet wird?
Im Rahmen des Projekts soll die Flut an integrativen Freizeitangeboten der verschiedensten, in der Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen (14 – 27 Jahren) aktiven Personen und Institutionen erfasst und sortiert werden. Diese Webseite soll durch eine einfache Struktur eine Orientierung bieten und selbstständiges Finden von Angeboten ermöglichen. Der Projektbeginn beschränkt sich dabei auf die Neckarregion. Ein Ausbau des Wirkungskreises (in ganz Stuttgart) ist dabei wünschenswert.

Projektziele

Integration meint den „Vorgang, dass jemand bewusst durch bestimmte Maßnahmen dafür sorgt, dass jemand ein Teil einer Gruppe wird.“
So ist uns bei jedem einzelnen Angebot im Rahmen dieses Projektes der Begegnungscharakter und der Beziehungsaufbau wichtig. Besonders der Kontaktaufbau zu jugendlichen Flüchtlingen hat dabei einen wichtigen Stellenwert.
Doch nicht nur Flüchtlinge wollen integriert werden, auch Jugendliche mit Migrations- und Fluchtbiographie streben diesen Zustand stetig an. In der Praxis zeigen sich gerade bei der letztgenannten Zielgruppe bis heute erhebliche Schwierigkeiten, denn trotz jahrelanger Anstrengungen und Bemühungen ihre multiplen Identitäten auszuhandeln sowie Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln, fällt es ihnen schwer verschiedene Lebensbereiche (Schule, Ausbildung, Beruf, etc.) zu meistern.
Integration beschreibt zudem einen wechselseitigen Lernprozess, also kann Integration nicht ohne die deutsche, hier lebende, Mehrheitsgesellschaft geschehen. Aus diesen Gründen müssen alle Jugendlichen von diesem Projekt mit einbezogen werden, nicht nur Flüchtlinge.
Integration geschieht also nur, wenn ein buntgemischtes Gefüge verschiedener Jugendlicher durch ähnliche Interessen oder Fähigkeiten gemeinsam lernen, sich in einer neuen Umgebung orientieren und kommunizieren.

Partizipation bezeichnet die Beteiligung an einer Organisation, einer Gruppe oder eines Vereins. So soll das Projekt kulturelle und soziale Partizipation von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Miteinander ermöglichen. Ihnen sollten Partizipationsmodelle und -strategien in den betroffenen Einrichtungen offengelegt und zugänglich gemacht werden.
Zusammen mit Jugendlichen können bestehende Angebote also erfasst, angenommen und etabliert, aber auch neue Projektideen und Partizipationsmodelle nach den Bedürfnissen und Interessen der Zielgruppe entwickelt und Prozesse mitgestaltet werden.

Alle genannten Überlegungen verweisen auf das Konzept des Empowerment. Der Begriff beschreibt den Prozess der Selbstermächtigung und (Rück-)Gewinnung von Selbstbestimmung. Handlungsziel ist es, Menschen zu befähigen, ein eigenverantwortliches Leben zu führen und ihnen Freiräume zu eröffnen, in denen sie ihre Stärken erfahren und solidarische Vernetzung erproben können.
Junge Flüchtlinge sollen in Stuttgart ein jugendgerechtes Leben führen und dazu befähigt werden, ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen zu können. Das Projekt soll dabei die Stärkung der Selbsthilfepotentiale aktivieren und unterstützen.

Das Projekt soll es außerdem ermöglichen, sich mit anderen Einrichtungen und deren Ressourcen zu vernetzen und Kooperationen zu schaffen. Dabei sollen Brücken und Infrastrukturen zwischen pädagogischen Mitarbeitern, Jugendlichen und Einrichtungen sowie die Beziehungsarbeit der jeweiligen Instanzen erleichtert und verbessert werden.

Kontakt

Kinder- und Jugendhaus Untertürkheim
CAFE RATZ
Silvia Rehm
Margaretenstr. 67
70327 Stuttgart

Telefon: 0711 33 65 23 40
Email: zusammenspiel@jugendhaus.net
Homepage: www.zusammenspiel-jugendhaus.net